Nach dem Lehrplan der Waldorfschulen ist für die 6. Klasse das Nähen von Tieren vorgesehen. Damit wird an die Tierkunde-Epoche der 5. Klasse angeschlossen. Die Schüler*innen wählen zunächst ein Tier aus. Einfacher ist es, ein Tier auszuwählen, das auf vier Beinen stehen kann. Die Schüler lernen genaues Hinsehen und Beobachten. Ein Elefant sieht nun mal von der Seite ganz anders aus als von vorne oder hinten, man kann sogar kaum dasselbe Tier erkennen.
Es bedeutet also ein fortwährendes Üben, und so reicht es auch nicht, nur dasjenige Tier einmal zu zeichnen, das man selbst gerne herstellen möchte. Jedes Kind hat seinen eigenen Blick auf die Arbeit, jedem ist ein anderes Detail wichtig. Dann werden Schnittmuster entworfen, Materialien ausgewählt und Erfahrung gesammelt. Dann wird die Idee praktisch umgesetzt.
Am Ende werden die Tiere zusammengenäht. Dann kommt der spannende Moment der Umstülpung , damit die Nähte nach innen verschwinden, der Körper mit ungesponnener Wolle ausgestopft werden kann und so die eigentliche Form entsteht. Manchmal ist dieser Moment mit einer Überraschungen verbunden. Aber auch, wenn die Gestalt dann nicht so aussieht, wie sie gewünscht war, können immer Veränderungen und Verbesserungen vorgenommen werden, sodass das Werk doch noch gelingt.

