Gleichberechtigung: Ismaninger Waldorfschüler fordern Grundgesetzänderung

Gleichberechtigung: Ismaninger Waldorfschüler fordern Grundgesetzänderung

 ISMANING – Die 12. Klasse der Rudolf-Steiner-Schule Ismaning setzt sich für eine Präzisierung desGrundgesetzes ein. Mit einer offiziellen Petition fordern sie, den staatlichen Auftrag zur Gleichberechtigung von Männern und Frauen in Artikel 3 Absatz 2 von einer bloßen „Förderung“ ineine rechtlich verbindliche „Gewährleistung“ umzuwandeln.

Bis zum 17. März 2026 läuft die Mitzeichnungsfrist auf dem Portal des Deutschen Bundestages.

Was als intensive Auseinandersetzung mit der deutschen Verfassung im Unterricht begann, hat sich zu einer beachtenswerten Initiative entwickelt. Die Schülerinnen und Schüler der 12. Klasse stießen auf eine Formulierung in Art.3 Abs 2 GG aus dem Jahre 1994, die ihnen nicht mehr weit genug ging.Ihr Ziel: Den Staat stärker in die Pflicht zu nehmen, damit die bestehende Lücke zwischen Anspruchund Wirklichkeit endlich geschlossen wird.Für echte Gleichberechtigung

Die Petition, die am 3. Februar 2026 offiziell veröffentlicht wurde, fordert eine zentrale Änderung in Artikel 3 Absatz 2 des Grundgesetzes. Dort steht seit 1994: „Der Staat fördert die Gleichberechtigung von Frauen und Männern und wirkt auf die Beseitigung bestehender Nachteile hin.“

Das bisherigeVerb „fördert“ soll durch „gewährleistet“ ersetzt werden. Für die Schüler ist dies mehr als eine semantische Feinheit: „Fördern verpflichtet zwar zu Bestrebungen im Sinne der Gleichberechtigung(Bemühenspflicht), aber nicht zur Sicherstellung (Ergebnispflicht). Der bloße politische Wille oder die unverbindliche Bereitschaft in der Wirtschaft reichen trotz aller bisherigen Fortschritte nicht aus“,erklärt die Klasse. „Es ist ein energischeres Vorgehen notwendig geworden, um die Gleichberechtigung faktisch umzusetzen. Eine staatliche Gewährleistung schafft hierfür die notwendige rechtliche Grundlage.“Unterstützt werden die Jugendlichen von ihrem Lehrer Dr. Klaus Weißinger.

Die Initiative kommt zueinem wichtigen Zeitpunkt: Im Juni 2026 tritt die neue EU-Entgelttransparenzrichtlinie in Kraft,welche die Arbeitgeber europaweit zu mehr Fairness verpflichtet. Die Petition, so Klaus Weißinger,soll dazu beitragen, „dass auch die höchste deutsche Rechtsnorm diesen Geist der Verbindlichkeitübernimmt.“ Ziel: 30.000 Stimmen bis Mitte März.

Um das Anliegen vor den Petitionsausschuss des Bundestages zu bringen und eine öffentliche Diskussion anzustoßen, strebt die Klasse das Quorum von 30.000 Mitzeichnern an. „Wir hoffen, dass möglichst viele Menschen unsere Initiative unterstützen, damit unser Anliegen das nötige Gewichtbekommt“, so die Schüler. Da eine Grundgesetzänderung eine Zwei-Drittel-Mehrheit in Bundestag und Bundesrat erfordert, sei eine breite gesellschaftliche Unterstützung der erste und wichtigste Schritt.

Interessierte können die Petition bis zum 17. März 2026 online auf der Webseite des DeutschenBundestages unterzeichnen: Direkte Zugänge 

Pressekontakt:
Rudolf-Steiner-Schule Ismaning
Dr. Klaus Weißinger
Telefon: 089 / 923 55 99-0
E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein.

 

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