Freie Waldorfschule Bothfeld
Eines der vielen Schulgebäude in der Grasdachsiedlung Konzert des Schulorchesters 

Waldorfpädagogik

Unterrichtsfächer

 

Hauptunterricht oder Epochenunterricht

Ein Hauptbestandteil des Unterrichtes an Waldorfschulen ist der Hauptunterricht in den ersten zwei Stunden jedes Unterrichtstages. In dieser Zeit werden die Fächer Deutsch, Geschichte, Erdkunde, Rechnen bzw. Mathematik, Geometrie, Kunstgeschichte sowie alle Naturwissenschaften unterrichtet. Dabei wird jeweils eines dieser Fächer über einen Zeitraum von 3 – 4 Wochen (eine sogenannte Epoche) unterrichtet. Ein Thema wird in dieser Zeit sehr intensiv behandelt, der Lernprozess, der hauptsächlich in der Nacht stattfindet (was aktuelle neurobiologische Untersuchungen bestätigen) wird dabei besonders gefördert.

 

 

Naturwissenschaften

Ab der 6. und 7. Klasse bis zum Abschluss der Waldorfschulzeit werden die naturwissenschaftlichen Fächer Physik, Chemie und Biologie in Epochen unterrichtet. In den ersten Jahren stehen Beobachtungen, Versuche und Erlebnisse aus der Natur und dem alltäglichen Leben im Vordergrund. Dabei wird versucht, in diesen Beobachtungen Zusammenhänge zu finden und daraus die Welt um den Menschen herum zu verstehen. Wenn die Jugendlichen die entsprechende intellektuelle Reife in den oberen Klassen erreicht haben, werden die verschiedensten Modelle in den Naturwissenschaften (z.B. das Atommodell in Physik und Chemie) behandelt, insbesondere werden dabei auch die Auswirkungen auf den Menschen und diskutiert.

 

Handwerk und Kunst

In der Oberstufe (Kl. 9 - 12) heißt Holzbearbeitung dann: Tischlern - es werden Gebrauchsgegenstände hergestellt - nicht nur für die Schüler/innen selbst, sondern auch für die Schule. Weitere Werktechniken in der Oberstufe sind: Kupfertreiben, Korbflechten und Töpfern.

 

Während in der Mittelstufe meist die Klassenlehrer/in mit den Schülern malen und zeichnen, wird dies in der Oberstufe gesondert unterrichtet. Unterrichtsschwerpunkte im Kunstunterricht sind:

09. Klasse: Schwarz-Weiß-Techniken (Zeichnen und Drucken)
10. Klasse: Aquarellmalerie, etwas Acrylmalerei
11. Klasse: Acrylmalerei
12. Klasse: Ölmalerei

Weitere künstlerische Techniken sind: Keramik, Buchbinden, Plastizieren, Holz- und Steinbildhauerei. In der 12. Klasse, vor allem aber in der 13. Klasse, setzen die Schüler (gemeinsam mit dem Lehrer) ihre künstlerischen Schwerpunkte selbst.

 

Eurythmie

In dem Maße, in dem die moderne Welt dem Menschen immer mehr die Möglichkeit verwehrt sich körperlich sinnvoll zu bewegen und somit auch geistig sinnvoll zu regen, ist es immer dringender geboten, dieses Defizit, das durch die moderne Technik und Elektronik entsteht, in der Pädagogik aufzugreifen.

Die Waldorfschule hat seit jeher das Unterrichtsfach Eurythmie in ihrem Lehrplan vorgesehen. Hier soll die Möglichkeit geschaffen werden, die motorischen Fähigkeiten sowie die Fähigkeit des seelischen Ausdrucks bei den Kindern und Jugendlichen zu entwickeln und zu pflegen.

Es ist bekannt, dass der Mensch kein gesundes Lebensgefühl entwickeln kann, wenn Leib und Seele nicht in harmonischer Weise zusammen wirken können. Um körperlich geschickt und seelisch beweglich zu werden und zu bleiben, bedient sich die Eurythmie der Sprache und der Musik als Bewegungsgrundlage. Dabei greifen die Gebärden und Bewegungen die Gesetzmäßigkeiten des menschlichen Leibes auf und regen die Seele zu vielfältigen Ausdrucksmöglichkeiten an. Das Erüben dieser Qualitäten wirkt fördernd auf das lernen in den kognitiven Fächern und dient der Kreativität im künstlerisch-praktischen Unterricht.

 

Gartenbau und Tierhaltung

Im „Einatmen“ der Wissensvermittlung in den klassischen Lernfächern bekommen die Schüler/innen der Waldorfschule Bothfeld auch Gelegenheit zum „Ausatmen“, z. B. in der körperlichen Betätigung im Fach Gartenbau.

Die Schüler/innen der Klassen Eins bis Sechs säen, pflanzen, pflegen und ernten im ca. zwei Hektar großen Demeter-Schulgarten. Dabei erfahren sie vieles über den Gemüse-, Obst- und Zierpflanzenbau, wie auch über die Tierhaltung. Denn in unserem Garten leben Hühner, Laufenten, Bienen und zwei Esel. Auch diese werden im Rahmen des Gartenbauunterrichtes versorgt und gepflegt.

So bekommen die Schüler/innen neben dem Fachwissen im Einüben neuer Fertigkeiten Gelegenheit sich zu erden und sich „auszupowern“. So entsteht im Kopf eine neue Frische und Platz für weitere Lerninhalte der übrigen Fächer.

Zudem gelangen häufig gerade lernschwächere Kinder zu Erfolgserlebnissen und dadurch auch zu mehr Achtung vor sich selbst und seitens ihrer Klassengemeinschaft.

In der neunten Klasse absolvieren die Schüler auf einem Bio-Bauernhof, meistens jeweils zu zweit, ein dreiwöchiges Praktikum.